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bildbearbeitung

Bei vielen Leuten herrscht Unklarheit über Bildbearbeitung. Für manche ist Photoshop Teufelszeug und digitale Bildbearbeitung wird mit Manipulation oder gar Fälschung gleichgesetzt. Dem ist aber keinesfalls so.

 

Früher legte man einen Film in die Kamera, belichtete diesen, gab ihn ins Fotolabor und erhielt anschließend die fertigen Bilder.

 

Im Labor wurden die Filme nach einer vorher festgelegten Routine entwickelt und auf Fotopapier ausbelichtet. Damals konnte der Fotograf jedoch auch durch Auswahl des Films Einfluss auf das Bildergebnis nehmen. Die verschiedenen Filme hatten durchaus unterschiedliche Eigenschaften. Zudem konnten Farb- oder Effektfilter am Objektiv verwendet werden. Schließlich war in der Dunkelkammer durch das Entwicklungsverfahren und Einflussnahme bei der Ausbelichtung eine weitere Bildbearbeitung möglich.

 

Heute legt man eine Speicherkarte in die Kamera, macht Fotos und findet diese anschließend fertig auf der Speicherkarte.

 

Das Labor scheint bei der digitalen Fotografie weggefallen zu sein. Das ist es aber nicht. Bei einer Digitalkamera wird nicht mehr ein Film, sondern ein elektronischer Bildsensor belichtet, der lichtempfindlich ist und die Lichtinformationen an die Kamera weiter gibt, in der ein kleiner Computer die Daten verrechnet und in sichtbare Bilder umwandelt. Dieser Computer erledigt also das, was früher im Labor passierte. Jedes Foto wird demnach in der Kamera bearbeitet, ohne dass man es merkt. Die Farben werden verändert, das Bild wird entrauscht, geschärft, im Kontrast verändert....

 

So ein Computer muss nun aber auch programmiert werden. Das erledigen die Ingenieure des Kameraherstellers. Die bestimmen wie rot ein Rot ist, wie blau der Himmel oder wie schwarz die Nacht ist. Manchen Kameras kann man sogar noch mitteilen, dass sie Portrait- oder Landschaftsaufnahmen anfertigen soll und sie weiß genau was zu tun ist, eben weil die Ingenieure vorgegeben haben, wie ein Portraitfoto, oder wie eine Landschaftsaufnahme zu fotografieren ist. Im Ergebnis entsteht also ein Bild, das den Vorstellungen des Kameraherstellers entspricht.

 

Durch Bildbearbeitungsprogramme ist jedoch eine individuelle Einflussnahme auf das Foto möglich und zwar wesentlich genauer und umfangreicher, als zu analogen Zeiten. Der Computer wird zum Fotolabor.

 

Ich fotografiere ausschließlich im Rohdatenformat, d.h. die Bilder, die sich als Foto auf der Speicherkarte befinden, sind gänzlich unbearbeitet, alle Bildroutinen der Kamera sind ausgeschaltet. Bei der folgenden Bildbearbeitung am Computer wird das Foto dann entwickelt. Der Weißabgleich wird festgelegt, die Belichtung wird angepasst, Kontrast, Schärfe, Rauschen, Farben, alle Parameter können optimiert werden. Der wesentliche Faktor hierbei ist aber, dass ich selbst dabei bestimme, wie das fertige Bild aussieht und nicht die Kamera. Damit ist sicherlich ein teilweise erheblicher Zeitfaktor verbunden, der aber meines Erachtens von immenser Bedeutung für das Bildergebnis ist.

 

Darüber hinaus sind weitere Bildkorrekturen möglich, eine übersehene Zigarettenkippe kann entfernt werden oder auch ein lästiger Pickel. Bei Portraitaufnahmen ist zudem eine Beautyretusche nach den Vorstellungen des Fotografierten obligatorisch.

 

 

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© Thomas Liss Photography